Es war ein mal ein Clown, der lag mitten in der Nacht auf dem Bürgersteig vor dem Fenster eines Hauses, in dem kein Licht mehr brannte. Er machte nicht viel mehr, als in seinem Kostüm, komplett mit Schminke, roter Nase und Perücke, dort zu liegen und in den Nachthimmel zu starren. Er beobachtete die Sterne, bewunderte sie und stellte fest, dass er sie noch nie in so einer Klarheit sehen konnte. Ein mal glaubte er sogar, eine Sternschnuppe gesehen zu haben, woraufhin er die Augen ganz fest schloss und sich wünschte, dass -- das darf ich nicht sagen, denn sonst geht dieser Wunsch nicht in Erfüllung.
Als der Clown seine Augen wieder öffnete, fuhr auf ein mal ein Auto vorbei. Es wurde kurz langsamer, als der Lichtkegel der Scheinwerfer auf ihn fiel, fuhr jedoch ein kleines Stück weiter, um dann auf einem Parkplatz abgestellt zu werden. Aus dem Auto stieg ein korpulenter, bebrillter Mann, vielleicht Ende 40, in der Dunkelheit aber nicht gut zu erkennen. Er näherte sich langsam und vorsichtig dem Clown, der sich immer noch nicht regte.
"Hallo?", fragte der Mann vorsichtig.
"Hallo!", antwortete der Clown mit einer Selbstverständlichkeit, als ob sie sich gerade im Supermarkt über den Weg laufen würden.
"Alles in Ordnung mit Ihnen?", fragte der Mann weiter.
"Jup, alles in Ordnung."
"Ach so, liegen Sie einfach so hier... sieht etwas merkwürdig aus."
Der Clown lachte und sagte "Das glaube ich..."
Daraufhin drehte sich der Mann um, ließ den Clown dort vor dem Haus liegen und ging wieder zu seinem Auto. Nur ganz kurz schaute er sich noch ein mal um, wunderte sich wahrscheinlich über diese seltsame Begegnung, war dann aber verschwunden.
"Schade...", dachte der Clown. "Hätte er noch ein mal gefragt, ob auch wirklich alles in Ordnung wäre, hätte ich gerne mit ihm darüber geredet, was mich bedrückt..."
Und so blieb der Clown auf dem Bürgersteig vor dem Fenster des Hauses, in dem keine Lichter mehr brannten, liegen und starrte weiter in den Nachthimmel ...

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen